Sri Chinmoy - wie ein liebevoller Vater, von Pia Aalto
Mein Name ist Pia Aalto, ich bin 1967 geboren und gebürtige Deutsche. Ich bin ausgebildete medizinisch-technische Assistentin, meiner Berufung folgend arbeite ich allerdings zur Zeit als Schaufensterdekorateurin. Ich liebe diesen Beruf sehr, da er mir die Möglichkeit gibt mich kreativ zu betätigen. Seit 8 Jahren meditiere ich regelmäßig als Schülerin von Sri Chinmoy.
Schüler werden? – "Ich doch nicht!"
Im März 2001 sah ich auf der Straße im Hamburg ein Poster mit Sri Chinmoys Bild darauf und lud sofort all meine Freunde ein, mit mir zum Kurs zu gehen, weil ich dachte, ich würde endlich die Gelegenheit haben, einen lebenden Meister der Meditation zu treffen. Ein halbes Jahr zuvor hatte ich nämlich ein Buch gelesen, das vom Leben eines indischen Meisters handelte, und von da an schrie mein Inneres danach, selbst auch einen Meister zu haben. Etwas enttäuscht war ich dann schon, als sich herausstellte, dass der Kurs bloß von einem der Schüler Sri Chinmoys geleitet wurde. Dennoch ging ich weiterhin hin. Anfangs fand ich vieles dort doof: die freundlichen Schüler, die Regeln, alles war blöd, und so lästerten ich und meine Freunde oft über den Kurs und lachten über das Ganze… .
Innerlich jedoch gab es etwas, das mich tief berührte, und ich fühlte mich immer mehr hingezogen zu Sri Chinmoy und dem Meditationszentrum, das gab ich allerdings nicht zu.
Schon der erste Kursabend, an welchem wir auch Sri Chinmoys Bilder sahen, hatte auf mich so einen starken Eindruck gemacht, dass ich die ganze Woche nicht aufhören konnte zu grinsen, und sich meine Freunde wunderten. Sie warnten mich sogar davor Schüler zu werden. Ich winkte beschwichtigend ab - "niemals, ich doch nicht" sagte ich, doch mein Inneres, mein Herz sagte etwas anderes. An einem Kursabend, als meine Freunde nicht dabei waren, bewarb ich mich heimlich darum Schüler zu werden. Mein Inneres hatte letztlich gesiegt und so begann mein spirituelles Abenteuer als Schülerin Sri Chinmoys.
Meine beiden Töchter
Zu diesem Zeitpunkt war Jana 2 Jahre und Silija 8 Jahre alt, und wir lebten getrennt von ihrem Vater. Jana ist bis heute gern dabei, wir singen am Morgen gemeinsam unsere Lieder, und sie ist überzeugt, dass Beten und Meditieren hilft, darum tut sie das auch, zum Beispiel vor einer Schularbeit.
Silija hatte von Anfang an eine sehr außergewöhnliche Beziehung zu Sri Chinmoy. In der ersten Woche wollte sie zwar von Meditation und so nichts wissen. Nachdem sie allerdings ihre eigenen Erfahrungen gemacht und ein paar Mal im Meditationszentrum meditiert hat, war sie wie ausgewechselt. Sie stand von sich aus morgens um 4 Uhr auf, um zu meditieren, was für mich bis heute unglaublich erscheint, und hatte hohe spirituelle Erfahrungen und Visionen.
Als die Zeit kam, zum ersten Mal nach New York zu fliegen, um Sri Chinmoy zu sehen, veranstaltete sie ein Affentheater, denn sie wollte unbedingt, um jeden Preis mit, um ihren Guru zu sehen. Nachdem auch ich innerlich von Sri Chinmoy, die Nachricht erhalten habe, dass Silija mitkommen sollte, blieb mir nichts anderes übrig, als sie mitzunehmen. Sogar im ausgebuchten Flieger war zufällig noch ein Platz frei geworden und so kam sie mit. Dort angekommen rief Sri Chinmoy sie gleich zu sich und redete mit ihr, was etwas sehr, sehr besonderes ist, da Sri Chinmoy rund 7000 Schüler hat und nur selten äußerlich mit jemandem spricht. Daher war mir immer klar, dass Silija eine besondere Verbindung zu Sri Chinmoy hat. Sie war eben seine Schülerin.
Bei mir war ich mir da anfangs nicht so sicher, da ich Sri Chinmoy bei diesem ersten Treffen bloß als lieben Opa wahrgenommen habe, und mein zweifelnder Verstand mir noch lange zu schaffen machte. So dachte ich: "Na jetzt weiß ich wenigstens, das das nix für mich ist…". Ich blieb trotzdem dabei und meditierte weiter, und dachte das erste halbe Jahr, ich sei nur für Silija auf dem Weg. Erst später begriff ich so wirklich, dass auch ich Sri Chinmoys Schülerin bin. Dann heulte ich aus Liebe und Dankbarkeit, es endlich erkannt zu haben.
Verbindung zu Sri Chinmoy
Der Blickwinkel aus dem ich Sri Chinmoy betrachte, hat sich im Laufe der Zeit einige Male verändert. Zunächst sah ich in ihm wie gesagt bloß einen älteren gebrechlichen Menschen und wusste nicht allzu viel damit anzufangen. Nachdem ich jedoch erkannt hatte, dass er viel mehr war als das und dass er mich besser kannte, als ich mich selbst, hatte ich einige Zeit lang regelrecht Angst vor Ihm. Und zwar vor seinem Bild genauso wie beim persönlichen Blickkontakt. Ich zitterte, denn ich hatte das Gefühl er sieht alles - all meine Fehler und Unzulänglichkeiten - und das war mir äußerst unangenehm.
Jetzt, nach mehreren Jahren der Meditation, habe ich ein starkes Vertrauen entwickelt und erkenne in Sri Chinmoy einen liebevollen Vater, der die Unzulänglichkeiten seiner Kinder zwar sieht, sie jedoch niemals bloßstellen würde. Ein Vater, der seine Kinder grenzenlos liebt, egal was sie sagen, denken oder tun, seine Liebe ist bedingungslos.
Ich verändere mich
Natürlich hat sich nicht nur meine Beziehung zu Sri Chinmoy verändert, sonder auch ich habe mich im Laufe der Jahre sehr verändert. Ich bin viel ruhiger und gelassener geworden, flippe nicht mehr so doll aus, und bin nicht mehr ganz so emotional. Auch die Beziehung zu meinen Mitmenschen hat sich sehr verändert. Ich merke selbst, dass ich nicht mehr so auf Abwehrhaltung bin. Die Reaktionen der anderen sind für mich ebenfalls ein Beweis für den Unterschied. Obwohl meine Selbstbeobachtung gestiegen ist, hat das Grübeln, damit meine ich den Verstand, welcher sich oft in Endlosschleifen um sich selbst dreht, ohne zu einem klaren Ergebnis zu kommen, nachgelassen. Ich habe das Gefühl, meine Gedanken besser unter Kontrolle zu haben.
Seit 16 Jahren leide ich unter einer Autoimmunerkarnkung, und ich muss sagen, dass mir Sri Chinmoy innerlich sehr dabei hilft, mit der Krankheit umzugehen, und trotzdem fröhlich und zuversichtlich zu bleiben. Auch bin ich davon überzeugt, dass er schon damals, vor 14 Jahren, als ich am Rande des Todes stand und im Krankenhaus aus Verzweiflung heraus begann das "Vater unser" zu beten, (damals kannte ich Sri Chinmoy noch nicht) für mich da war. Der Raum wurde hell erleuchtet, jemand berührte meinen Kopf (heute weiß ich, dass es mein Guru Sri Chinmoy war) und sagte, ich brauche keine Angst zu haben, ich werde wieder gesund. Und wirklich – am nächsten Tag wurden die Werte wieder besser, und die Ärzte, die mich schon abgeschrieben hatten, staunten.
Die Gegenwart
Meine ältere Tochter Silija ist jetzt 16 Jahre alt, und hat sich vor 2 Jahren entschieden, mehr im äußeren Leben zu leben und dort ihre Erfahrungen zu sammeln. Also ist sie zur Zeit nicht im Center, meditiert jedoch weiterhin jeden Tag und fühlt sich mit Sri Chinmoy verbunden. Jana hingegen kommt gerne ins Center, wenn es ihr auch manchmal noch ein bisschen zu lange dauert.
Und ich bin vollkommen glücklich und zufrieden hier. Um nichts in der Welt würde ich mein spirituelles Leben und Sri Chinmoy aufgeben wollen. Es ist das Beste, was mir je passiert ist. Ich bin dankbar auf diesem Weg sein zu dürfen, auch wenn mir das nicht immer ganz so klar war… .
